

Unsere Vorfahren und Herkunft
Unser ältester bekannter Vorfahre ist Joachim Profos; von ihm wissen wir, dass er 1595 geboren wurde - sein Todesjahr ist unbekannt. Zudem ist belegt, dass er in Grossdietwil LU zur Welt kam und 1620 nach Matzendorf SO übersiedelte, wo er 1622 vom Schultheissen von Solothurn als "äusserer Bürger" aufgenommen wurde. Seither ist die Generationenfolge in Matzendorf lückenlos bis ins 20. Jh. nachvollziehbar.
Die Tagsatzung der Alten Eidgenossenschaft beschloss 1681 die Einführung der neuen Institution des Heimatortes (Geschichte der schweiz. Sozialhilfe). Weil Joachim Profos und seine Nachkommen als solothurnische Bürger in Matzendorf wohnten, wurde Matzendorf somit zum Heimatort der Profosen.
Als Solothurner waren ursprünglich alle Profosen katholisch. Seit ca. 1900 gibt es zusätzlich einen reformierten Zweig, ausgehend von Julius Profos (1843 -1895). Er selber war wie seine Vorfahren katholisch; da er jedoch relativ früh starb, erzog seine Witwe Margaritha, welche bernischer Abstammung und somit reformiert war, die Kinder nach ihrem Glauben.
Heute leben rund 50 Personen mit Familiennamen Profos, die meisten in der deutschsprachigen Schweiz. Weitere Profosen gibt es (nach unserem Wissensstand) im Tessin sowie im Ausland (USA, Philippinen). In unserer Heimatgemeinde Matzendorf hingegen lebt derzeit kein Profos mehr.
Der Name “Profos”
Nach seiner sprachlichen Herkunft ist der Name wahrscheinlich am ehesten eine frühmittelalterliche Ableitung vom lateinischen “praepositus” oder “propositus”, d.h. demselben Stammwort wie der “Probst”. Während jedoch der “Profos” die Lautverschiebung von p nach f noch mitmachte (Propos... → Profos), blieb die Form “Probst” davon unberührt. Zudem entwickelte sich der Name in unterschiedlichen Regionen verschieden: Ursprünglich “provoost” im Holländischen, “prévost” im Französischen, “Prevosto” im Italienischen (wo der Prevosto ein kirchlicher Würdenträger mit Gerichtsbarkeitsbefugnissen war), “Profoß” (mit der dem Lateinischen entsprechenden Betonung auf der zweiten Silbe) im hochdeutschen Sprachraum, und “Profos” (mit Betonung je nach Dialektgegend auf der ersten oder zweiten Silbe) in der Schweiz.
Das Wort “Profos” bezeichnet ursprünglich ein Amt, das einem Träger verliehen wurde. Die Definition dieses
Amts ist wie die Schreibform des Wortes je nach Gegend unterschiedlich: Im mittelalterlichen Heer ist der Profos ein
“Militärbeamter”
mit (ordnungs-)polizeilicher Funktion (vgl. etwa “Profoß und Steckenknecht”), im österreichischen Heer
eher als angesehene Richter-Funktion (“Herr Vater”), im preussischen Heer dagegen auch für die Vollstreckung der Strafe zuständig und dementsprechend als “unreiner Beruf” wenig angesehen. Bei der United States Army ist heute noch der Provost Marshal General der Chef des Criminal Investigation Command (Wikipedia).
Im zivilen Bereich ist der Profos auch ein “städtischer
Beamter, der die Aufsicht über die Bettler führt”,
also eine polizeiähnliche Funktion innehatte (Deutsches Rechtswörterbuch).
Da “Profos” eine Amtsbezeichnung ist, hiessen unsere Familienmitglieder nicht immer “Profos”; allerdings kennen wir keinen dieser Vorfahren, umsomehr als diese wahrscheinlich im Luzernischen lebten.
Das Familienwappen der Profos

Ein “Profos” in zeitgenössischer Darstellung

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